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Eine herkömmliche hierarchische Unternehmensführung ist ineffizient

Kurt Steindl 0

Die Weise, wie Menschen sich bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts gesehen haben unterscheidet sich deutlich von der heutigen Sicht. Damals hat sich das Individuum dem Ganzen gerne unterstellt – zum Wohle des Ganzen. Das Wohl des Ganzen war das Primäre. Die Person an sich – das Ich – war sekundär.

Das hat sich drastisch geändert: Der Mensch sieht sich zunehmend als Mittelpunkt. Das hat aber nichts mit Egoismus oder „sich-wichtig-machen“ zu tun, sondern ist Ausdruck eines neuen Selbstbewusstseins, eine andere Ansicht des Menschen über sein Leben. Der Mensch möchte sich selbst verwirklichen aber immer noch im Zusammenhang mit anderen. Er will nicht alleine sein, er will Spielgefährten haben. Aber er will sich selber einbringen und sich auf diese Weise auch als erfüllter Mensch erleben. Das heißt, dass das Führen heutzutage viel mehr dem Individuum Rechnung tragen muss, als da früher der Fall war.

Management kümmert sich primär um Strategien. Was kaum entsprechend gebührt wird, ist das große Potenzial der Menschen. Strategien sind gut im Kopf aber im Tun nützt die Strategie sehr wenig. Der große Konflikt besteht darin, dass die althergebrachten Führungsmethoden immer noch angewendet werden, obwohl sie mittlerweile spürbar ineffizient geworden sind. Heute ist eine ganz andere Führungsstruktur notwendig ist.

Die Arbeitsvorgaben kommen immer von oben nach unten, vom Vorgesetzten an den Untergebenen. Es herrscht wenig Kommunikation zwischen den einzelnen Abteilungen bzw. den verschiedenen hierarchischen Ebenen. Der Einzelne führt aus und die Motivation kommt vornehmlich von außen (extrinsisch) durch diverse Formen der Belohnung. Es herrscht eine Herrschaftskultur. Diese Struktur hat ausgezeichnet funktioniert, solange Menschen damit glücklich und zufrieden waren, Ausführende zu sein. Diese Führungsstruktur ist auch heute noch für einige Menschen interessant. Zum Beispiel Menschen, die lediglich deshalb in die Arbeit gehen, um Geld zu verdienen. Wirklich interessante, umtriebige, innovative und erregte Menschen können Sie damit nicht begeistern.

Der Chef weiß alles, worum dem Unternehmen geht, weiß was das Unternehmen erreichen will, kennt das Branding usw. Dieses Wissen geht vielleicht noch zwei Stufen nach unten, die Basis erfährt das kaum. Umgekehrt erfährt die obere Ebene nicht, was die Menschen an der Basis wirklich möchten. Wenn der Mensch sich einbringen will und dadurch sein Bestes leistet, ist er nicht bereit, in einer überholten Führungsstruktur zu arbeiten. Unternehmen, die sich nicht umstellen, werden immer größere Probleme bekommen interessante Mitarbeiter zu finden und noch schwieriger wird es sein, interessante Mitarbeiter zu halten.

Also brauchen wir eine andere Struktur. Die sinn- und werteorientierte Führungsstruktur. Die zeichnet sich dadurch aus, dass im Zentrum des Unternehmen klare Werthaltungen stehen. Dass klar definierte Begriffe vorhanden sind, die klar ausdrücken, worum es dem Unternehmen wirklich geht. Die Frage stellt sich doch: Was immer Ihr Unternehmen anbietet oder herstellt – warum gerade das? Wozu ist es nützlich? Was soll daraus entstehen? Welchen Beitrag leistet das Unternehmen an der Gesellschaft? Was soll der Kunde/der Gast spüren, wenn er zu uns kommt.

Natürlich darf das nicht nur auf einem Papier stehen, sondern muss tatsächlich gelebt werden, muss eindeutig spürbar sein. “Wertschätzung” wäre vielleicht so ein Wert. Im nächsten Blog werde ich “Wertschätzung” näher erläutern.

About Kurt Steindl

Kurt Steindl ist professioneller Vortragsredner und Hoteltester. Seine Sicht der Dinge stellt er in diesem Blog vor.

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